Was gelangte tatsächlich von einer Stadt in die andere? Wählen Sie eine Spur und prüfen Sie, wo die Rede vom „zweiten Lemberg“ an ihre Grenzen stößt.
zwischen StädtenEin Denkmal lässt sich versetzen, eine Bibliothek nur zum Teil. Wissen reist mit Menschen. Eine Legende ist manchmal noch schneller.Kein vorgegebener Rundgang: Beginnen Sie mit der Frage, die Sie interessiert.
Welche Spur interessiert Sie?
Jede Karte zeigt, was mitkam, was zurückblieb und was heute vor Ort zu sehen ist.
Ein Denkmal wechselt den Platz
Das Denkmal für den Schriftsteller Aleksander Fredro wurde für Lemberg geschaffen und dort 1897 enthüllt. Nach dem Krieg führte sein Weg über Warschau nach Wrocław, wo es seit 1956 auf dem Ring steht. Dasselbe Denkmal, aber eine andere Stadtkulisse.
Institution + BeständeEine Bibliothek mit einer Lücke
Das in Lemberg gegründete Ossolineum wurde 1946 in Wrocław neu aufgebaut. Mit den Transporten von 1946/47 erreichten etwa 30 % seiner Vorkriegsbestände die Stadt. „Die Bibliothek zog um“ beschreibt also nur einen Teil der Geschichte.
Kunstwerk + neuer BauEin Gemälde wartet auf sein Publikum
Das Panorama von Racławice wurde 1894 in Lemberg eröffnet. Nach dem Krieg kam die monumentale Leinwand nach Wrocław; öffentlich zugänglich war sie in der neuen Rotunde jedoch erst 1985. Auch die Jahrzehnte dazwischen gehören zur Geschichte des Werks.
Eine Universität passt in keine Kiste
Lehrende der Lemberger Hochschulen prägten den Neubeginn von Forschung und Lehre in Wrocław. Stanisław Kulczyński, früher Rektor der Jan-Kazimierz-Universität, wurde erster Rektor der gemeinsamen Universität und Technischen Hochschule. Ihre Erfahrung wirkte in Gebäuden weiter, die bereits hier standen.
Stellen Sie Ihre Geschichte zusammen
Merken Sie interessante Spuren und teilen Sie eine kurze Karte. Die Reihenfolge bestimmen Sie selbst: Dieser Atlas ist kein fester Rundgang.
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Erinnerung oder Legende?
Drei kurze Fragen helfen, die Verbindung beider Städte genauer zu sehen.
1. Die meisten ersten Nachkriegseinwohner Wrocławs kamen aus Lemberg.
Falsch. In den ersten beiden Nachkriegsjahren ließen sich etwa 17.000 Menschen aus Lemberg hier nieder – weniger als 8 % der Bevölkerung. Ihr Einfluss auf Kultur und Wissenschaft war größer als ihr zahlenmäßiger Anteil.
2. Die gesamten Vorkriegsbestände des Ossolineums gelangten nach Wrocław.
Falsch. Etwa 30 % kamen an. Das Schicksal der übrigen Bestände lässt sich nicht als einfacher Umzug beschreiben.
3. Auch die Rotunde des Panoramas wurde aus Lemberg hergebracht.
Falsch. Das Gemälde kam aus Lemberg. Die Rotunde wurde in Wrocław errichtet und 1985 für das Publikum geöffnet.
Beantworten Sie alle drei Fragen.
Zwei Städte, mehr als eine Erinnerung
Die Verbindung von Lemberg und Wrocław nach 1945 erzählt auch von erzwungenen Abschieden, geteilten Sammlungen und tiefen Umbrüchen in vielen Gemeinschaften. Wrocław hat zudem eine jahrhundertelange Geschichte als Breslau. Lemberg, heute Lwiw, blieb eine Stadt mit eigener Geschichte und eigenen Bewohnern.
Deshalb sucht dieser Atlas kein „zweites Lemberg“. Er zeigt konkrete Verbindungen – und die Grenzen dieser Metapher. Hinter jeder Spur steckt mehr als ein schönes Fotomotiv.

Quellen und Bildrechte
- Ossolineum: Neubeginn in Wrocław; Verbleib der Lemberger Bestände.
- Nationalmuseum Wrocław: Geschichte des Panoramas.
- Stadt Wrocław: Weg des Fredro-Denkmals.
- Universität Wrocław: Geschichte der Hochschule; Technische Universität Wrocław: Lehrende aus Lemberg.
- Stadt Wrocław: Lemberger Zuzug und Hochschulen.
- Ossolineum-Foto, Foto der Rotunde, historisches Fredro-Foto. Bildrechte: Die Fotos von Ossolineum und Rotunde hat Michał460 gemeinfrei zur Verfügung gestellt. Auch die historische Fredro-Aufnahme von Marek Münz / Polnische Nationalbibliothek ist gemeinfrei.




